Photovoltaik

Lohnt Photovoltaik auch 2009 noch?

3 Feb , 2009  

Nach der EEG-Novelle, die doch deutliche Kürzungen in der Vergütung für Solarstrom vorsieht, stellt sich die Frage, ob sich Photovoltaik Anlagen immer noch lohnen. Kurz gesagt, ja es lohnt natürlich immer noch in die Photovoltaik zu investieren. Aber die Luft ist dünner geworden und nicht jedes Vorhaben rechnet sich automatisch. Wichtig ist eine genaue Kalkulation und natürlich ein gutes Wissen um die Eckdaten auf die es dabei an kommt.

Die garantierten Vergütungssätze sinken mit den neuen EEG Regelungen ab 2009 von einem Jahr auf das nächste um jeweils 8 % und liegen damit bei 46,75 Cent pro Kilowattstunde im Jahr 2008, bei 43,01 Cent im Jahr 2009 und bei 39,57 Cent im Jahr 2010. Für Anlagen größerer Leistung (>100kWp) gelten in den Jahren ab 2009 die höheren Degressionssätze von zehn Prozent beziehungsweise neun Prozent.

Folgende Eckdaten spielen bei der Wirtschaftlichkeit einer Photovoltaik-Anlage ein Rolle:

  • Zeitpunkt der Inbetriebnahme – um sich den 2009er Vergütungssatz zu sichern, und um die „dicken“ Sommermonate in 2009 möglichst noch mit zu nehmen.
  • Der Systempreis – Wenn der finanzielle Ertrag geringer wird, ist es natürlich wichtig, dass auch die Aufwendungen kleiner sein müssen. Ein Systempreis von möglichst unter 4100 EUR/kWp sollte man anzielen und höhere Angebote gleich in die Runde Ablage befördern. Sicher ist das jetzt eine Herausforderung für die Hersteller und Händler, Anlagen im Bereich von 3xxx EUR/kWp anzubieten. Aber letztendlich waren auch schon 2008 solche Systempreise möglich.
  • eine günstige Finanzierung – die Finanzierungsnebenkosten spielen natürlich eine Rolle. Die KFW vergibt z.B. günstige Kredite. Mit z.Zt. 4,3% – 4,5% effektiv sind das allerdings keine Sonderangebote mehr, sondern die Zinsen entsprechen nur dem Marktniveau. Letztendlich kann auf dem Zinsniveau auch eventuell die Hausbank oder spezialisierte Banken wie z.B. die Umweltbank in Frage kommen. Bei größeren Vorhaben ist auch ein Fremdwährungsdarlehen prüfenswert. Bei einer Aufnahme des Kredites in Yen oder Schweizer Franken können die Zinsen deutlich geringer ausfallen.
  • Standort und Ausrichtung der Solaranlage – man sollte genau prüfen, ob man über 900kW/kWp Ertrag kommt. Abschattungen, keine optimale Südausrichtung oder Dachneigung und „dunkle“ Standorte bringen einen schnell ins Minus.
  • exakte Auslegung der Anlage – ein Hinterfragen der Auslegung ist wichtig. Wurde die Zusammenstellung der Photovoltaikanlage nach der „Daumen hoch“ Methode entworfen, oder wurde wenigstens ein gute Entwurfssoftware benutzt. Ideal ist natürlich, wenn der Entwurf von einem erfahrenen Fachmann stammt und die Komponenten nicht nur nach Verfügbarkeit und Marge ausgewählt wurden.
  • ein gutes Steuerkonzept – Die Anlagenkosten und die Finanzierungszinsen können als Aufwand steuermindernd angesetzt werden. Im Gegenzug muss natürlich das Einkommen aus dem Stromverkauf versteuert werden. Bei der Wahl der richtigen Abschreibungsstrategie hilft ein guter Steuerberater.    

Neben der reinen finanziellen Betrachtung zur Laufzeit der Anlage kommen auch noch andere Dinge hinzu:

  • Ästhetik und Optik – je nach Architektur und Planungsgeschick kann eine Solaranlage durchaus eine Zierde für ein Haus sein. Und auch Bauphysikalisch kann duch die haltbare Alu- und Glas Oberfläche der Photovoltaik-Module ein Vorteil für die Gebäudehülle entstehen.
  • Die CO2 Einsparung – Solaranlagen haben nach überraschend kurzer Zeit die Energie für ihre Herstellung wieder eingespielt und erzeugen danach absolut CO2 neutral saubere und leise Energie.
  • Das gute Gefühl – aktiv selbst etwas für die Umwelt zu tun
  • Die lange Anlagenlaufzeit – nach den 20 Jahren der Einspeisevergütung aus dem EEG gehört eine PV Anlage noch lange nicht auf den Schrott. Laufzeiten von mehr als 30 Jahren sind keine Seltenheit. Auch wenn man dann eventuell keine Vergütung mehr nach dem EEG bekommt, kann man den Strom sicher noch verkaufen oder spart zumindest Aufwendungen für den Eigenverbrauch. Und wenn die Stromkosten weiter so steigen wie in den letzten Jahren, ist die Anlagennutzung für den Eigenbedarf sicher ein interessanter Aspekt.
       

Letztendlich ist aber jedes Vorhaben individuell zu prüfen. Einen guten Rechner zur Berechnung der Wirtschaftlichkeit von Photovoltaikanlagen gibt es z.B. hier vom Umweltinstitut München. Dieser Rechner beachtet auch steuerliche Aspekte und diverse Finanzierungsmöglichkeiten.

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