Photovoltaik

Umweltminister Röttgen killt die Photovoltaik

21 Jan , 2010  

Der Bundesumweltminister Norbert Röttgen (CDU) stellte gestern in Berlin seine Pläne vor: „So schnell wie möglich“ soll die EEG Vergütung für Photovoltaikanlagen zusätzlich um 15 Prozent reduziert werden! Für Freiflächenanlagen auf Äckern schlägt Röttgen sogar eine Kürzung um 25 Prozent vor.

Die schon bisher im Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) festgeschriebene Degression von neun Prozent jährlich bleibt erhalten. In Kraft treten solle die Regelung zum 1. April (Dachanlagen) beziehungsweise zum 1. Juli (Freiflächenanlagen).

Der Bundestag muss die Gesetzesänderung noch beraten und billigen, so bleibt nur noch wenig Zeit um diese Dummheit zu stoppen.

Einzig positiv ist, dass die Photovoltaik in Deutschland voraussichtlich weiterhin unbegrenzt ausgebaut werden kann. Eine Deckelung ist bisher nicht vorgesehen. Auch soll die Variante mit der Vergütung des Eigenverbrauchs etwas besser gestellt werden.

Bis zum Jahr 2020 sollen rund fünf Prozent des deutschen Stromverbrauchs von Solaranlagen gedeckt werden. Ziel sei es, jährlich Anlagen mit mindestens 3.000 Megawatt Leistung neu zu bauen, sagte Röttgen.

Dieses schwache Ziel ist aber nur eine Blendung! Mit einer Weiterführung des EEG mit den bisherigen Werten wäre ein Zubau von 10 Gigawatt und mehr jährlich leicht zu realisieren. Und die 3 Gigawatt sind bei den Rahmenbedingungen ausgesprochen fraglich.

Würde die aktuelle Entwicklung bei der Photovoltaik ohne solche politische Attacken weiter gehen, hätte man es bis 2013 geschafft, dass ökologischer Strom aus Sonnenenergie billiger wäre als Strom vom Kohlekraftwerk!

Schon klar, dass die zahlungskräftige Kohle- und Atomlobby es nicht tatenlos hin nimmt, dass sich die Photovoltaik so prächtig entwickelt. Die Spenden- und Lobby Arbeit des Hotelgewerbes brachte z.B. eine sinnlose Umsatzsteuersenkung für Hotels. Hier wurde die sicher ebenfalls reichhaltig spendende konventionelle Energiewirtschaft per „Klientel-Politik“ mit einem dicken Bonbon bedacht – und die Konkurrenz der Solarindustrie abgewürgt – Klimaziele, wen interessieren die schon?
 
Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW-Solar) „warnt eindringlich vor einer Insolvenzwelle in der Zukunftsbranche Photovoltaik und dem Verlust zehntausender Arbeitsplätze, sollten die vom Bundesumweltminister Röttgen vorgestellten drastischen Kürzungen bei der Solarförderung in den nächsten Wochen umgesetzt werden. Eine Nachbesserung der Ministerpläne sei unverzichtbar.“

Wortführer bei der Debatte um die EEG Kürzungen waren auch die Verbraucherschützer. Nicht die bekannten Verbraucherschutz-Organisationen, sondern eigens gebildete Gruppen, die sich nur um die Strompreise „sorgen“ und Ihren Ursprung in der Energiewirtschaft haben.

Die Kosten, die durch die EEG-Umlage den Verbrauchern zugemutet werden sind aktuell mit 2 ct/kWh gering, und durch die steigende Unabhängigkeit von importierten Energieträgern werden die Energiekosten in der Zukunft durch das EEG sinken.

Auch stehen nach dem auslaufen der EEG Förderung Photovoltaikanlagen zur Verfügung die dann noch etliche Jahre kostenlose Energie liefern! Immer wieder wird diese kostenfreie Laufzeit von Photovoltaikanlagen unter den Tisch gekehrt.

Außerdem wird die kostenlose Energieerzeugung von Solaranlagen, bei denen die EEG-Zulage ausgelaufen ist, dann in der Zukunft deutlich höheren Energiekosten bei konventionellem Strom gegenüberstehen. Legt man diesen Fakt auf die aktuellen Vergütungssätze um, ist man schon jetzt deutlich günstiger als Kohle- oder Atomstrom. 

Ebenfalls soll auch die Forschungsförderung von aktuell 35 Mio. auf 20 Mio. Euro gekürzt werden. Diese staatlichen Peanuts sind eh schon sehr wenig. Hier weiter zu kürzen und dann auf eine schnellere Entwicklung zu hoffen – welch ein Schwachsinn!

Und dann wird den Solarfirmen mit der gekürzten Zulage auch noch die Möglichkeit genommen, Ihre eigenen Forschungen und Entwicklungen zu bezahlen. Bei vielen wird es jetzt um das blanke Überleben gehen – kaum zu glauben, dass in dem harten Umfeld Geld für F&E zur Verfügung steht.

Schönen Dank liebe Regierung. Hauptsache die Parteispenden stimmen und Geldkoffer können weiterhin auf Parklätzen übergeben werden. Unsere Umwelt? Unsere Zukunft? ein erfolgversprechender Wirtschaftszweig? Das tritt die aktuelle Regierung dafür gern mit Füßen!

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One Response

  1. EB Solar sagt:

    Sehr geehrte Damen u. Herren.

    Wenn die Einspeisevergütung gesenkt werden soll,
    dann nicht in dieser Höhe und nicht aufeinmal,
    sondern monatlich 1% ab Juni.
    Die Kunden werden auf China Module umschwenken
    u. die Deutschen können Ihre Produktion auch man ins Ausland verlagern sodaß hier noch mehr Arbeitslose
    kommen.

    MFG
    Brinkmann

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