Photovoltaik

Photovoltaik bekommt keine Subventionen und kostet den Steuerzahler nichts!

29 Sep , 2008  

Leider ist mir gerade beim lesen der aktuellen Zeitschrift „Schöner Wohnen extra“ der Kragen geplatzt.

Darin wird der Bauingenieur und Bauphysiker Kai Schild kommentarlos zitiert, wie er mit Polemik über die Photovoltaik herzieht. Ohne Rot zu werden, werden Unwahrheiten daher geplappert und diese Zeitung druckt so etwas falsches auch noch ab.

Das der etwas streberhaft lächelnde Dr. Kai Schild kritisch der Photovoltaik gegenüber steht ist sein gutes Recht. Unwissenheit kann halt auch eine ablehnende Haltung schaffen.

Er führt aus, dass Photovoltaikanlagen nicht zum Energiesparen errichtet werden, sondern nur als gute Kapitalanlage. Ja, eine PV-Anlage spart keine Energie, sondern erzeugt Sie bzw. wandelt die kostenlose Sonnenenergie in wertvollen Strom um. Ja und eine Kapitalanlage ist ein PV-Anlage auch.

Und dann geht es schon los mit den Behauptungen die (gezielt?) falsch sind: „…Einspeisevergütungen…die wir mit Steuern und höheren Stromkosten alle mitfinanzieren“

Steuern? Steuern werden für die Einspeisevergütung nicht benutzt!
Die Einspeisevergütung wird durch eine Umlage auf die Stromkosten finanziert. Die Zulage beträgt nach dem letzten veröffentlichten Stand ca. 0,3 Ct/kWh. Bei den Durchschnittlichen 20 Ct/kWh sind das keine 1,5% Anteil an den Kosten. Und das wohlgemerkt für alle Einspeisevergütungen nach dem Erneuerbare Energien Gesetz (EEG) – also auch für z.B. die Windkraft. Ein winziger Anteil für eine gute Sache, nämlich langfristig unabhängig zu werden von Öl, Gas und CO2 Emissionen.

War eben noch von einer Finanzierung über Steuern die Rede wird im Nächsten Satz schon von Subventionen geredet. Der Staat zahlt keinen Cent Subvention für Erneuerbare Energien und die Photovoltaik. Die Milliardensubventionen bekommt die Kohle und damit die konventionelle Energieversorgung.

Selbst die mögliche günstige Finanzierung durch die KfW ist keine Subvention, denn es werden nur Kredite zu den Refinanzierungssätzen durchgereicht. Und das kostet den Staat auch quasi nichts.

Dann ist noch von einer Streichung der Subventionen die Rede und Herr Dr. Kai Schild meint dann würde endlich mehr Wettbewerb bei den Herstellern entstehen.
Ich bin sicher, dann würde wieder viel Arbeitslosigkeit und etliche Insolvenzen entstehen. Und dann bleibt die Frage, ob der Staat nicht so clever Arbeit und eine alternative Energiewitschaft schaffen sollte, ohne etwas dazu zu Zahlen, oder ob er lieber Insolvenz- und Hartz Gelder auszahlt…

Schade, dass in einer Zeitung mit der Zielgruppe von potentiellen Photovoltaiknutzern solche Typen die Lobby-Arbeit für reaktionäre Energieversorger machen und die Photovoltaik in Misskredit bringen.

So und jetzt werde ich eine Gegendarstellung bei der „Schöner Wohnen“ 
erwirken…

, , , , ,


6 Responses

  1. Peter Rusche sagt:

    Photovaltaik ist eine hohe Subvention von durchschnittlich 4 Mrd. € p.a., um ein Prozent des Strombedarfs zu erzeugen. Profitieren tut der Mittelstand und die Oberschicht, die entweder Eigentum (um Photovaltaik auf dem Dach zu installieren) und /oder das nötige Kapital besitzt, um in Photovoltaik mit garantiertem Gewinn zu investieren. Finanziert wird diese Subvention durch alle Stromabnehmer also vor allem auch durch die hohe Zahl der Klein-/Geringverdiener sowie Rentner. Es handelt sich damit um eine klassische Umverteilung von unten nach oben, die durch die entsprechende Industrie mit tatkräftiger Unterstützung der Politik (vor allem der Grünen) mit den Argumenten des Klimaschutzes, des Einsatzes von erneuerbaren Energie sowie Schaffung von Arbeitsplätzen sehr erfolgreich unkenntlich gemacht wird.
    Der wirtschaftliche Einsatz von Photovoltaik in Deutschland wird ohne Subvention (errechnet vom RWI mit 135 Mrd. bis 2035) niemals realisiert werden. Warum lassen wir also es uns gefallen, so über den Tisch gezogen werden.
    niemals wirtschaftlich werden.

  2. fsc sagt:

    Wikipedia sagt:
    Subventionen (von lat. subvenire = zu Hilfe kommen) sind materielle Vorteile ohne unmittelbare Gegenleistung, die von einem STAAT an private Haushalte, an private Unternehmen oder andere Staaten geleistet werden.

    Die Einspeisevergütung laut EEG ist also KEINE Subvention:
    – der Staat zahlt in dem Zusammenhang NICHTS!
    – die Einspeisevergütung wird von den Energieversorgern gezahlt
    – als Gegenleistung für gelieferten Strom
    – zu dem Preis, den der Strom ungefähr auch „kostet“

    Der Staat hat nur per Gesetzt die Rahmenbedingungen geschaffen, dass sich eine alternative Energieversorgung wirtschaftlich entwickeln kann und wir damit langfristig unabhängig werden von z.B. Öl und nuklearen Abfällen und allen damit verbunden negativen Umständen.

    Alle Verbraucher (nicht nur allein die Armen und Schwachen) finanzieren also durch einen sehr geringen Beitrag den Aufbau einer Energie-Alternative und später profitieren dann auch alle davon. Sei es durch eine heilere Umwelt, Versorgungssicherheit oder zukünftig günstigeren Strom.

    Um in die Photovoltaik zu investieren, muss man nicht zu einer „Oberschicht“ gehören.

    Die Finanzierung einer eigenen Anlage kann quasi ohne Eigenmittel über die KfW erfolgen, mit einer Tilgung des Kredites durch den laufenden Stromertrag. Der überschaubare Gewinn ist dabei ein Anreiz das unternehmerische Risiko zu tragen.

    Alternativ kann man auch mit kleinen Beträgen in Solarfonds oder in Bürgeranlagen investieren und so auch von der Sonne profitieren. Dabei muss man nicht zur „Oberschicht“ der Hausbesitzer gehören.

    Ich persönlich gehe von einer Lebensdauer der PV-Anlagen von deutlich mehr als den 20 Jahren aus der Einspeisevergütung aus. Nach der Zeit mit der vergüteten Einspeisung erzeugen die Anlagen weiter Strom – und produzieren den dann quasi kostenlos. Gesamtwirtschaftlich sollte man diese Zeit auch mit in Betracht ziehen und bei den Kosten dringend mit verrechnen.
    Tut man dies, kommt man schnell auf den aktuellen Strompreis pro Kilowattstunde und die Diskussion um die Wirtschaftlichkeit sieht hervorragend aus.

    Wie mann sich bei diesem Konzept „über den Tisch gezogen“ fühlen kann ist mir nicht klar.

  3. Wahl Sabine sagt:

    Subventionen hin oder her – letztlich erhält der PV Anlagenbetreiber eine Einspeisevergütung die auf 20 Jahre gesichert ist. Natürlich kann eine PV Anlage eine gute Investition in finanzieller Hinsicht sein – das hängt aber von vielen anderen Faktoren ab – z.B. der Dachausrichtung. Die PV Anlage ist aber sicher eine gute Investition für die Umwelt.

  4. @Peter Rusche
    Man kann sicherlich so argumentieren, dass das EEG eine geringe Umverteilungswirkung von unten nach oben hat. Doch was ist denn die Alternative zum EEG?
    Garkeine Förderung für Erneuerbare Energien und es dem Markt überlassen, der ja bekanntlich die externen Kosten der konventionellen Energieerzeugung in keinster Weise berücksichtigt?
    Eine steuerfinanzierte Förderung ? Steuerfinanzierte Modelle funktionieren nirgends vernünftig. Sie sind unstet und werden mit wechselnder Haushaltslage ständig verändert.

    Kritik ist wichtig… aber nur meckern ist kontraproduktiv…

  5. Tut nichts zur Sache sagt:

    Also ich muss Peter Rusche im grossen und ganzen zustimmen. Mittlerweile sind wir schon soweit das wir uns über Subventionen von unrentablen Wirtschaftszweigen aufregen. Daher ist es doch relativ clever (achtung ironisch gemeint) wenn wir es indirekt von den Strombeziehern anstatt von den Steuerzahlern finanzieren lassen. Das ist zwar genau die selbe Personengruppe aber vielleicht merkts ja keiner… Der Untergang des sozialen Kapitalismus wie wir ihn aus besseren Zeiten kennen fängt genau bei solchen dingen an. Wenn ich ein Haus besitze kann ich noch Kohle einfahren von denen die nicht ganz so gut gestellt sind wie ich… Aber genau die Leute, die das alles wegen ihrem \grünen Daumen\ tun, weil sie ja sooo ökologisch Orientiert sind, beschweren sich über Managergehäter oder sonstige sozialen Verwerfungen in unserer Gesellschaft, aber sind wir wirklich besser wenn wir es anstatt für Millionen schon für 3 Mark 50 und ein bisschen gutes \Ökogewissen\ tun? Leider leben wir nicht am Nordpol, sonst wäre es einigen Leuten schon fürher aufgefallen das sich das ganze nicht Rechnen wird, so schön Solarstrom auch ist.

  6. Folker sagt:

    Hallo „Tut nichts zur Sache“

    Ja „Subventionen“ werden zumeist für „unrentable“ Unternehmungen gezahlt. Rentable Dinge tragen sich selber, mit eigener Dynamik. Deutsche Kohle ist auch nicht rentabel – und hat über die Jahre x mal mehr echte Subvention bekommen.

    Und Gelder werden vom Staat umverteilt, wenn eine Mehrheit (!?) dies so will. Demokratie vorrausgesetzt.

    Und bei der Photovoltaik wird aktuell derjenige belohnt, der das finanzielle Risiko der Anlage trägt und sich die Arbeit macht so eine Anlage zu installieren.

    Bei der politisch ebenso gewollten Harz IV Subvention erhalten Leute das Geld, die kein Risiko tragen können (oder wollen…wie unser toller Aussenminister meint(achtung ironisch gemeint)).

    Und um von der Photovoltaikvergütung etwas ab zu bekommen, braucht man kein Haus. Man kann auch per Solarfond, Bürgeranlage oder als Teilhaber mit machen… Und braucht keine Träne zu vergießen, dass die „besseren Zeiten“ leider vorbei sind.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.