Photovoltaik

bioklimatisches Solar Passivhaus für einen Euro?

2 Jul , 2009  

Gerade bin ich über folgende reisserische Überschrift gestolpert.

„DAS ERSTE Solar Passivhaus, WELCHES SICH SELBST FINANZIERT!“

Da ich mir bei meinem eigenen Haus, und bei einem weiteren Objekt, auch Gedanken über eine Refinanzierung durch die Sonne gemacht habe bin ich da natürlich gleich aufmerksam geworden.

Der Anbieter preist das haus mit einem Euro aus und gibt folgende Erklärung:

„…die Kosten für das Energiesparhaus werden über Refinanzierung gedeckt – Sie zahlen lediglich das Grundstück mit den Erwerbskosten!…

Hausbaukosten je Solar Passivhaus belaufen sich auf einen Festpreis in Höhe von: 420.000,- €- (200.000,- € Passivhaus + 220.000,- € für 500 m² Photovoltaikmodule) diese Kosten refinanzieren sich komplett innerhalb von 24,5 Jahren (durch öffentliche Fördermittel, nicht zurückzahlbare Zuschüsse und Einnahmen durch den Stromverkauf nach dem EEG-Gesetz mit 20 jähriger Garantie).“

Spannend, aber aus verschiedenen Gründen leider nicht Real.

1. Das Haus selbst:

„…Entwurfsbeschreibung (refinanzierendes, bioklimatisches und emissionsfreies Wohnen)

Das Haus ist vollständig mit Solarmodulen ausgekleidet. Die Kubatur des Hauses ist konkav angelegt um maximale Flächen für die Sonneneinstrahlung zwecks Stromgewinnung an der Außenhaut zu erzielen. Die Wand- und Deckenkonstruktion ist aus Stahlbeton mit einem U-Wert von 0,1 W(m²K). Die Energie für Heizung und Warmwasser wird mit einer Wärmepumpe erzeugt (Kosten 7 € mtl.) “ 

 Solar-Haus

… usw. Dann ist noch von Peng-Shui die Rede, großen Fensterflächen und dem Riesen Wintergarten.

  • Aber ein Flachdach mit flach verlegten Solarmodulen wird vorraussichtlich nicht den Stromertrag bringen, die für eine Refinanzierung nötig ist. Ehr ist nach ein bis zwei Jahren ein Grasdach draus geworden 😉
  • Stahlbeton isoliert normaler Weise nicht ausreichend für ein Passivhaus. Ok, Blähtonwände mit dicker Wärmeverbundisolierung würde da schon ehr gehen.
  • Der Riesen Wintergarten auf der Südseite sorgt sicher für satte Wärme im Haus. Im Sommer. So dass die Bewohner gedünstet werden.
    Elemente zur Verschattung sind nicht zu sehen und müssen sicher nachgerüstet werden. Damit das Konzept auch im Winter funktioniert müsste die Wintergarten Verglasung aus hochwertiger dreifach Verglasung bestehen. Ob dann aber der genannte Preis zu halten ist? 
  • Für den Wintergarten gibt es sicher cleverere Lösungen, die die solartechnisch kostbare Südseite besser nutzt.
  • keine Solarthermie? Diese wirklich günstige Energiequelle wurde vergessen?

2. Die Finanzen:

Für 200.000 EUR bekommt man zur Zeit ca. 65kWp Solaranlage. Mit einer Annahme von ehr übertriebenen 800 kWh/kWp für diese Modulanordnung macht das aktuell ca. 23.000 EUR Ertrag pro Jahr. Damit kann dann schon in 20 Jahren der Kaufpreis erwirtschaftet werden.

  • Aber die Finanzierungs- bzw. Kapitalkosten sind dabei nicht bedacht! Sofern man auf einen Kredit angewiesen ist, wird’s dann natürlich deutlich teurer als 1 EUR.
  • Auch wenn man den Kaufpreis in der Portokasse hat, hat man dann sein Geld 20 Jahre ohne Zinsen angelegt…
  • …und diese Finazierungssumme bekommt man zur Zeit sicher nur finanziert, wenn man das Geld eh hat. Der Verweis auf die Tragfähigkeit der Finazierung durch das Photovoltaik-Einkommen, wird bei den verängstigten Banken zur Zeit kein Interesse finden.

3. Das wirklich erste Haus dieser Art ist es auch nicht. Vor ca. 3 Jahren wurde ein Haus von einem bayrischen(?) Anbieter in der Zeitschrift Photon vorgestellt, das sich ebenfalls durch die Photovoltaik refinanzieren sollte.
 
Ich denke es ist schon interessant über eine Refinanzierung durch die Photovoltaik nach zu denken. Wichtig ist aber dabei, dass das Konzept stimmt und die Solarmodule optimal genutzt werden. Das ist bei diesem Entwurf sicher nicht der Fall.

Und das Haus wird sicher günstiger als andere Häuser, aber sicher teurer als der genannte eine Euro. Spitz nachrechnen hilft. 

Mehr Infos dazu gibts übrigens am „Tag der offenen Tür“ zum Thema SOLAR-PASSIVHAUS am 12. Juli, 2009 zwischen 11.00 Uhr und 17.00 Uhr in 25436 Moorrege, Beesenweide 9 oder unter    040-86646463  .

PS: ich bekomme hier leider keine Provision.


31 Responses

  1. […] bioklimatisches Solar Passivhaus für einen Euro? […]

  2. Max Hickel sagt:

    Ich verstehe Ihre Bedenken, aber ich glaube Sie urteilen zu früh. Mein Büro hat dieses Haus entwickelt und wir errichten gerade das Pilothaus.
    Sobald es steht, lade ich Sie herzlich ein dieses zu besichtigen. Danach sollten Sie urteilen.
    Wie wichtig so ein Konzept ist muss ich wohl nicht erwähnen.
    Dipl. Ing. Max Hickel

  3. fsc sagt:

    Hallo Herr Hickel,

    Danke für die Einladung!

    Ich hoffe Sie sehen mein Artikel nicht als „ver“urteilung.

    Ich möchte gern zur Diskussion anregen und so vielleicht mithelfen solche interessanten Wohn-Konzepte Realität werden zu lassen.

    Aber letztendlich entscheidet wohl immer der Hausherr über das Ausehen und die Funktionen des Hauses. Ich als Ingenieur sehe die Beachtung von technischen Aspekten sicher strenger als der Designer, der die kostbaren Solarzellen dem guten Aussehen zu Liebe, einfach flach auf das Dach legt. Vielleicht auch, weil er einfach noch nicht den optimalen Neigungswinkel in unseren Breitengraden kennt. Und große unverschattete Süd-Fensterfflächen sind auch dekorativ, aber im Sommer ohne Verschattung „tödlich“ für die Hausbewohner.

  4. mc-sh@dow sagt:

    Hallo, ich würde gerne mehr über die Firma Solar AG und dem Blue-home-concept erfahren, finde aber keinerlei informationen dazu in google.

    auch die Hompage des Herrn Hickel ist nichtssagend (lediglich ein Bild) mit Adresse.

    kann man dem Concept wirklich trauen ? es ist ja nicht wenig Geld was man in den sand detzen würde.

  5. Max Hickel sagt:

    Warten Sie doch einfach bis das erste Haus steht. Danach sollten Sie mit einem Fachmann an Ihrer Seite das Solarhaus begutachten. Damit reduzieren Sie das Risiko.

    mit freundlichen Grüssen

    Max Hickel

  6. Max Hickel sagt:

    Wir haben die Solarmodule nicht aufgrund des Design’s flach installiert, sondern aus rein rationellen Gründen.
    1. eine in Süden mit 60 grad ausgerichtete Solarmodulfläche erhöht die Effizienz gegenüber einer flachgneigten Fläche um 10%, hat aber den Nachteil das diese nur für einen bestimmten Abschnitt des Tages für die Stromproduktion zur Verfügung stehen.
    In regenreichen Gebieten wie Deutschland ist es daher ratsam die Module flach zu legen um das Risiko zu minimieren.
    2. eine ausgerichtete Fläche schränkt sehr stark die Rahmenbedingungen für die Positiunierung auf einem Grundstück ein. Daher für ein in Serie gefertigte Solarhaus nicht denkbar.
    3. Auf einem Flachdach optimal aufgestellte geneigte Module haben einen Flächenverlust von min. 30% gegenüber flachgelegten Modulen die ihrerseits einen Effiziensverlust von gerademal 10% haben. hier ist die Rechnung ganz einfach.
    4. Viele Solarproduzenten entwickeln bereits lichtlenkende Produkte die diese Verluste noch minimieren können. Ich möchte hier an bestimmte Glasoberflächen erinnern und an spezielle Nanobeschichtung auf der Solarzelle selbst.

    Wie Sie sehen gibt es auch Fakten die dafür sprechen sich für flachgelegte Solarmodulen in einem Solahauskonzept zu entscheiden.

    Was den Wintergarten betrifft haben wir schon an entsprechende Verschattungselemente gedacht (Raffstore). Ferner trägt ein WIntergarten im Winter zu einer wichtigen solaren Wärmegewinnung bei.

    Ich hoffe ich konnte Ihnen helfen wie aus unseren Gesichtspunkten das Solarhaus zu verstehen ist.

    mit freundlichen Grüssen

    Dipl. Ing. Max Hickel

  7. fsc sagt:

    Hallo Herr Hickel,

    ich hatte leider etwas länger keine Zeit mich wirklich um mein Blog und die Kommentare hier zu kümmern.

    Da Ihr Haus aber immer wieder zu Fragen anregt, möchte ich hier noch mal meine Sichtweise hinzu fügen.

    In Deutschland beträgt die optimale Neigung für PV-Module 28°. Natürlich kann man davon abweichen, wenn es gute Gründe dafür gibt. Z.B. Wenn die Dachneigung etwas anders ist, wird man mit dem geringen Minderertag leben und keine umständlichen Haltekonstruktionen verwenden.

    Bei einer flachen Verlegung der Module beträgt die Leistungsminderung -25% gegenüber dem Optimum. Ihre genannten -10% kann ich nicht nachvollziehen.

    Den Tagesgang der Sonne kann man mit flach gelegten Modulen nicht überlisten, sondern nur mit einer Nachführung der Module. Flach gelegte Module haben dabei das selbe Verhalten wie geneigte Module.

    Bei einer Aufständerung von Modulen auf einem Flachdach hat man natürlich Flächenverluste, weil ein bestimmter Abstand zwischen den Modulreihen bleiben muss, um Abschattungen zu verhindern.

    Zur Bestimmung des optimalen Abstands zwischen den Modulreihen gibt es wissenschaftliche Untersuchungen und Berechnungsformeln.

    Einen offensichtlichen, rechnerischen Vorteil für flach gelegte Module gibt es meiner Meinung nach nicht.

    Ein klarer Nachteil von flachen Photovoltaik-Modulen ist jedoch die Verschmutzung auf den Modulen. Bei Aufgeständerten Modulen wird durch den Regen immer wieder die Oberfläche von selbst gereinigt. Ob dies so auch bei flach verlegten Modulen funktioniert…?

    Wenn man so viel Geld für eine Photovoltaikanlage aus gibt, sollten die Rahmenbedingungen schon stimmen. Nur weil das Haus in Serie gefertigt wird, kann man kaum Verluste beim Ertrag von einem Viertel akzeptieren.

    Auch die Südausrichtung sollte dem Besitzer dann am Herzen liegen. Wenn das Traumgrundstück verschattet ist oder an einem Nord-Hang liegt, lohnt es sich ggf. einfach nicht das Geld in Solartechnik zu investieren.

    Auch die angesprochenen neuen lichtlenkenden Module benötigen in der Regel eine optimale Ausrichtung. Die Optik ist dabei nicht so leicht zu überlisten.

    Ihr Haus ist sicher ein schöner und interessanter Entwurf. Aber es ist sicher kein „billiger“ Entwurf, wie der genannte Preis vermuten lässt. Viele Details sind ehr teuer wie bei einem exklusiven Architekten Haus.

    Ich würde den Wintergarten an die Westseite bauen, um dort etwas von schönen Sonnenuntergängen zu haben. Eine Verschattung für den Sommer natürlich inklusive.

    An die Südseite gehören natürlich große Fensterflächen, mit einem passenden Dachüberstand, der im Sommer die steil stehende Sonne gut abschattet und im Winter nicht stört.

    Wenn es ein Flachdach sein soll, dann aber bitte mit aufgeständerten Solarflächen.

    Und natürlich die Solarthermie nicht vergessen. Ein großer Solarspeicher im Keller und Vakuum Kollektoren können bei einem gut gedämmten Haus fast die gesamte Wärmeversorgung übernehmen.

    Eine kontrollierte Be- und Entlüftung, sehr gute Dämmung, hochwertige Fenster, eine gedämmte Bodenplatte und ein sparsames Beleuchtungskonzept machen das Haus dann zu einem echten Energie-Schnäppchen…

  8. Ulrich Müller sagt:

    Hallo Herr Hickel und fsc
    ich habe seit 10 Jahren mit Passivhäusern zu tun, die sind auch gut und funktionieren gut, und ich schätze auch den Ansatz, mit zusätzlichen Investitionen Energie zu produzieren und Gewinne zu erzielen, der Ansatz ist ja auch nicht neu, aber funktionierte bisher nie, aber möchte denn wirklich keiner mehr über das Aussehen, den Grundriss, die Räume und die Belichtung dieses Hauses sagen als „Ihr Haus ist sicher ein schöner und interessanter Entwurf“? Darf man folgendes in diesem Blog sagen: „Gibt es dieses Konzept auch in schön?“?
    Und ja, Herr Hickel, ich weiß, dass ich es nicht kaufen muss, aber jetzt mal für unser aller Städte und Dörfer: ist das ernst?
    Beste Grüße,
    Ulrich Müller

  9. fsc sagt:

    Hallo Herr Müller,

    “Gibt es dieses Konzept auch in schön?” – das ist Gut! Aber Schönheit entsteht ja im Auge des Betrachters.

    Und auch wenn man als Nachbar meint, daß Haus wäre eine Klage wert, gibt es Leute denen das gefällt. Ich hatte hier schon Anfragen von Kaufinteressenten. Es muss also nicht für alle so schlimm sein.

    Mir ging es um das Photovoltaik-Konzept, das in diesem Fall wohl verbesserungswürdig ist. Ob man finanziell und fertigungstechnisch aufwändige, runde Häuser gut findet steht auf einem anderen Blatt. Und auch, ob der Hausherr dann mit der Raumaufteilung glücklich wird.

  10. Ich denke, derartige Ideen sollten gefördert werden.

    Grundsätzlich scheint es so zu sein, dass solche Häuser (gehen wir mal weg vom Beispiel *dieses* Hauses hin zu dem generellen Ansatz, der dahinter steckt) eine Win-Win Situation für alle bieteten:

    – Prinzipiell kann sich jede Familie ein großes Haus leisten (da es sich selbst finanziert)

    – Kreditgeber machen ein gutes Geschäft (da die Darlehensrückzahlung gesichert ist)

    – Die Nutzung von Sonnenlicht zur Energiegewinnung und Wärmeentwicklung kommt der Umwelt zugute

    Natürlich funktioniert das ganze nur dann so gut, wie es sich anhört, wenn auch das Konzept dahinter funktioniert. Mit Schwarz-Gelb scheint da leider ein Ende in Sicht.

    Nichts desto trotz bleibt der Grundgedanke bestehen… und ich vermute, dass sich das langfristig nur auszahlen wird, wenn Leute an die Idee glauben und sie umzusetzen versuchen. Nur so kann sich die Technik verbessern, mehr produziert werden und so irgendwann kostengünstiger angeboten.

    Das ist wie mit Blurays oder HD-TV. Wenn keiner die Geräte kauft zum Empfang, stellen Produzenten und TV-Anstalten das Angebot wieder ein; und sei es noch so gut (kennt noch jemand Betamax?)

  11. D.Schauer sagt:

    Sehr geehrter Herr Hickel,

    auch ICH würde mich über eine Einladung zur Besichtigung eines bereits fertiggestellten Solar Passiv Hauses sehr freuen….

    MFG
    D. Schauer

  12. C. Wüsteney sagt:

    Sehr geehrter Herr Hickel,

    gerne würde ich mich dem Bescihtigungstermin anschließen.
    Wenn Sie vorab weiteres Informationsmaterial zur Verfügung stellen können, wäre ich ebenfalls interessiert. Das zweiseitige Prospekt, welches auf Ihrer Webseite zur Verfügung gestellt wird, finde ich leider nicht besonders Aussagekräftig.

    MFG
    C. Wüsteney

  13. schmittiz sagt:

    Hallo lieber Blog,

    schaut mal unter vib-rdm.de dort gibts das Solarpassivhaus mit Baufortschritts-Bildern.

    Das Passwort für die dortigen PDF Dateien ist: vib
    Freu mich auf weitere Kommentare.

    lg schmittiz

  14. Kalle sagt:

    Hallo!

    @ schmittiz Danke für den Login
    @ fsc für die interessanten Fragen

    Ich bin durch einen Kollegen auf das Haus gekommen und finde finde die Idee mehr als interessant!
    Da ich selber bei der Sovello AG arbeite hab ich gleich mal auf unserer Homepage im Solarrechner geguckt. Also weit übern Daumen sind die 23000,-Eus wohl machbar. Sicher spielen da jetzt noch viele Faktoren,wie oben erwähnt mit rein die den Ertrag am Ende mindern,aber ich werde das Projekt auf jeden fall weiter verfolgen. Sicher gibt es ein Haus nicht für „lau“ aber vielleicht wird es dadurch bezahlbar.

    Gruß Kalle

  15. Was ist denn, wenn mal so ne komplette Wand für ne Weile ausfällt oder innerhalb der 20 Jahre Refinanzierungszeit kapuut geht? Sind die Kosten für die Wartung und Erneuerung der Solarzellen bei dem Refinanzierungskonzept auch berücksichtigt worden? Ist die Garantie einmal abgelaufen und stellen sich nach 10 Jahren Kinderkrankheiten ein, sitzt man ganz schnell auf einen Haufen Schulden, oder nicht?

  16. Herr C. sagt:

    Interessantes Konzept.
    Ich schliesse mich diesem Blog mal an.
    Ich find das Haus nicht hässlich, glaube allerdings auch nicht so recht daran das die Solardinger 20 Jahre Strom (und somit GELD) liefern ohne kaputt zu gehen.

    Allerdings scheint es doch interessant zu sein und ich brauche eh ein Haus, warum nicht mal was neues ausprobieren.

    Freue mich auch über Einladungen zu Events.

    mit den allerbesten Grüssen

    C.

  17. cad sagt:

    Hallo fsc,

    sie reden davon, dass die optimale Neigung für PV-Module bei 28° liegt. Wenn ich mir jetzt die Bauweise einer Stadtvilla anschaue, so hat diese in alle Richtungen Dachseiten. Angenommen, diese werden vollständig mit PV-Modulen im entsprechender Dachneigung angebracht, wäre dies von der Energieausbeutung effizienter?
    Benötigt man dann eigentlich in dem beschriebenen Fall eigentlich Sonderanfertigungen für PV-Module oder werden diese in sämtlichen Formen angeboten. Bei Stadtvillen laufen die Dächer ja nun mal spitz zu, weshalb Dreieckige PV-Module in entsrechenden Winkeln angebracht werden müssten. Ich bin absoluter Laie auf dem Photovoltaik Thema, finde aber die Idee sehr interessant die dieses BLUE-HOME-CONCEPT hier präsentiert. Optisch ist es sicherlich gewöhnungsbedürftig, da es ein wenig an einen Bunker erinnert als an ein wohnliches zu Hause. Wobei das in der Tat Geschmacks Sache ist.
    Die Argumentation mit dem selbstreinigenden Aspekt kann ich gut nachvollziehen, denn ich denke, dass keiner wirklich Lust hat einmal im Monat sein Dach zu reinigen.
    Außerdem würde mich zu dem BLUE-HOME-CONCEPT interessieren, ob die beschriebene Energieausbeute, welche das Haus ja refinanzieren soll, auch bei Schnee funktioniert (bei flachem Dach). Leider ist es in meiner Region so, dass wir von Oktober bis Mai mit Schnee rechnen müssen.

    Viele Grüße

    cad

  18. fsc sagt:

    Hallo cad,

    Optimal ist eine Dachneigung von 28° und eine genaue Südausrichtung.

    Bei der genannten Stadtvilla kommt es dann auch auf die Ausrichtung der Dachflächen an. Die Nordseite zu belegen bringt meistens zu wenig Ertrag. Die Nutzung der OSt- und West Seiten kann dagegen durchaus sinnvoll sein.

    Das muss man aber individuell klären und hängt u.a. auch von der Verschattung, Gauben und anderen baulichen Bedingungen ab.

    Bei dreieckigen Dächern kann man die PV Anlage auch „Kacheln“ und lässt damit die Eckstücke frei. Sondergefertigt Module gibt es natürlich auch, aber nur zu Sonderpreisen. Plant man größere Änderungen, kann man sich auch mal das Systemdach von http://www.Systiac.de ansehen. Da werden die Ecken einfach mit ähnlich aussehendem günstigen Glas belegt.

    Bei Schnee auf der PV-Anlage gibt es keine Erträge. Allerdings rutscht der Schnee bei Sonnenschein meist relativ schnell von den glatten Modulen herunter. Sofern die Module angestellt sind. Bei Flachmontage rutscht nichts. Und mit einem Schneeschiber über die Module kratzen? Nein Danke…

    Ein Anderes sehr interessantes Konzept ist auch das des Bio-Solar-Hauses. http://www.bio-solar-haus.de/
    Hier könnte man die Außenhülle auch gut mit lichtdurchlässigen Modulen belegen und hätte eine durch und durch ideale Lösung…

  19. Dennis_B sagt:

    Hallo und lieben Gruß,

    ich interessiere mich für so ein Haus, sofern es realisierbar ist. Und was die Glaubwürdigkeit anbelangt kann ich Herrn Hickel nur folgendes empfehlen.

    Bauen Sie doch ganz viele solcher Häuser für jeden der eins möchte! Jedem Arzt und jedem Hartz IV Empfänger! Schließlich erfolgt die Refinanzierung ja staatlich gesichert von alleine.

    Also: Setzen sie einen Businessplan auf und gehen sie zu einem Venture Capital Geber oder ihrer Hausbank. Erzählen sie doch denen, dass ihre Geschäftsidee der Bau von Energiesparhäsuern ist, sie sich vollständig von alleine finanzieren und mit der Energiegewinnung die Zinsen der Bank, die Kosten des Baus und die Gewinnen des Bauunternehmers gesichert sind.

    Ich glaube, dass dann ca. 65.Millionen Deutsche (kinder ausgeschlossen) Interesse am Bau hätten. DAs wäre doch ein ausgesprochen ineressantes Konzept. Und wenn sie einige Bauteile aus China bestellen und Leiharbeiter aus Polen einstellen, dann schaffen wir es auch, dass sogar das Grundstück bezahlt wird und die Instandhaltung auf Dauer auch gesichert ist.

    ODER?????

    Beantworten sie mir einfach die Frage, ob dies ihrer Ansich nach möglich erscheint. Falls ja, dann mach ich das Geschäftskonzept schon mal fertig.

    Ich will auf jeden Fall so ein Haus!!! Sieht zudem auch noch richtig schick aus. Aber nur wenn das Konzept und die Rechnung wirklich aufgeht.

    Lieben Gruß

    Dennis

  20. Frank sagt:

    Hallo zusammen, ob das Konzept funktioniert weiss ich nicht. Ich hab mit den Kollegen Kontakt aufgenommen. Trotzt regen Mailverkehrs kamen immer wieder Standardmails zurück. Ich erwarte hier mehr Seriösität.Immerhin gibt man ne Menge Geld aus. Da sollte man meinen das fundierte Antworten kommen. Habt Ihr noch weitere Infos?. Gruß Frank

  21. Adebayor sagt:

    Hallo,

    gibt es was neues von dem Solar Haus?
    intresse hätte ich auch…

    gruß

  22. Geert sagt:

    Irgendwo muß das Geld doch herkommen. Wer soll das alles finanzieren? Wir – über höhere Strompreise und Steuererhöhungen. Zum Glück tritt SCHWARZ-GELB auf die Bremse
    🙂 Geert

  23. fsc sagt:

    Hallo Geert,

    Glück? Dieses „Glück“ wird uns noch schön einholen.

    Nicht nur, dass nun eine inzwischen schön gewachsene und gesunde Solar-Wirtschaft in wirtschaftliche Schwierigkeiten oder die Insolvenz gedrängt wird, nein auch der künftige Zubau von umweltfreundlicher Technik wird durch die geplanten Regelungen unnötig gedeckelt.

    Ja bloss keine Konkurenz für das Strom-Kartell zulassen, die fast nach blieben den Strompreis hoch diktieren!

    Steuererhöhungen? Wohl kaum wegen der EEG Vergütung! Die kommt ausschließlich von den Stromverbrauchern. Und der Staat verdient munter mit über Ökozulage und Mehrwertsteuer!

    Steuererhöhungen werden notwendig werden, weil durch die Insolvenzen in der Solarbranche sicher etliche der ca. 100.000 Beschäftigten in Zukunft HARTZ 4 bekommen müssen. Super Plan!

    Aktuell beträgt der EEG Zuschlag unter 2 Cent pro kWh – und das für alle erneuerbraen Energien wie Wind, Biogas etc. Die Photovoltaik hat daran nur einen geringen Anteil. Das macht für einen durchschnittlichen Haushalt ca. 60 Euro im Jahr (3000kWh/p.a.) für ökoligisch erzeugten Strom. Vergleiche das mal mit den sonstigen Kosten, Steuern und Abgaben…

    Und diese Investition macht uns alle in der Zukunft unabhängig von endlichem, ungesunden und teueren Öl und Gas.

    Sicher kann unsere tolle Regierung bei der nächsten Öl-Preis Erhöhung nicht auf die Bremse treten. Dann gibts wieder nur dumme Spüche und betroffenes, blödes „aus der Wäsche glotzen“. Dann kann „die Regierung“ natürlich nichts dafür. Das ist halt die globalisierte Weltwirtschaft.

    Aber Du bist dann sicher stolz, dass Du ein paar cent gespart hast.

    Und erinnere Dich bitte auch an die gesparten Cent, wenn Dir die Haare ausfallen, weil doch ein AKW hier oder sonst wo auf der Welt eine „kleine“ Panne hatte.

  24. Sebastien sagt:

    Refinanzierung ist schon eine gute Sache, aber ich bin immer skeptisch, wenn ich solche „slogans“ höre, weil eigentlich nihcts ohen irgendwelche Hakenauskommt…

  25. Herr C sagt:

    mittlerweile warte ich seit einem Jahr dadrauf so ein Haus mal zu Gesicht zu bekommen.

    Auch mit Informationen hält sich die Firma sehr zurück.
    Schade. Oder ist das Konzept doch noch nicht fertig gedacht und der Hersteller hat das mittlerweile selbst eingesehen?

    Wäre schön wenn es demnächst mal Infos geben würde.

  26. fsc sagt:

    Ja aus der Einladung ist bisher leider noch nichts geworden und der Prototyp sollte inzwischen fertig sein. Vielleicht hat der Käufer ja etwas dagegen, dass sein Haus zu sehr als Musterhaus benutzt wird.

    Und zugegeben ein erprobtes und tragfähiges Hauskonzept aus dem Katalog würde sicher viel mehr Käufer ansprechen als die bloße Möglichkeit sich einen fähigen Architekten und einen Solar-Installateur zu nehmen und das Konzept selbst aus zu knobeln.

    Aktuell sind die Finanzierungsbedingungen wieder deutlich besser geworden und die Immobilienzinsen sind historisch tief – aber leider hat unsere Atom-Lobby höhrige Regierung ja die Solarenergie kräftig in Richtung aus gekickt…
    Dies sind wiederum keine guten Vorraussetzungen, dass man aus so einem Hausprojekt mit einem Euro Kosten raus geht.

    Eine ideale Basis für ein Energietechnisch optimiertes Haus wäre aus meiner Sicht ein Glas-Haus von http://www.bio-solar-haus.de
    Die Häuser sind selten konsequent und durchdacht gestaltet. Und man könnte das Dach gut mit durchlässigen Photovoltaik-Modulen belegen. Wenn ich noch mal bauen würde – würde ich genau dort ansetzen.

  27. Ferris76 sagt:

    Das Thema Passivhaus wird immer mehr kommen. Hier ist eine ganz gute Einstiegsliteratur http://www.baumarkt.de/suchen.htm?suchbegriff=passivhaus&go=go .

  28. Informant sagt:

    Öhm. Nur mal so zur Info: Die Firma, (Solar AG Hannover) die dieses Haus angeboten hat, ist inzwischen insolvent, Geschäftsführer A.Wolken verurteilt wegen Betrugs, aber das wird gerade noch mal nachverhandelt weil die Strafe zu gering war. Drei Familien, die auf dieses Ding „reingefallen“ sind, haben jeweils an die 800.000 Euro Schulden und stehen vor dem Ruin. Auch gegen die finanzierende Bank ist schon Strafanzeige gestellt worden. Zwei der Häuser sind komplette Bauruinen und unbewohnbar, eines ist durch massive Eigenleistung nach Pfusch am Bau gerade so bewohnbar aber noch nicht fertig.

    Nun weiß ich (noch) nicht, ob das Bestandteil dieses Konzepts war, oder ob einfach nur ein an sich gut geplantes Haus durch Betrüger und Pfusch nicht funktionierte. Das wird sich wohl noch herausstellen, ggf. in den nächsten Tagen mal die regionale Presse im Nordwesten Niedersachsens verfolgen. Aber ich würde mal sagen: Finger weg!

  29. fsc sagt:

    OK, dann war also das Konzept nicht nur technisch, sondern auch finanziell nicht tragfähig.

    Schade, denn funktionierende Solar-Konzepte wären zu schön. Und leider schon wieder ein Negativbeispiel für Bauträger, die vom vielen Baugeld angelockt wurden ohne den Willen oder das Können dafür auch ordentliche Bauleistung ab zu liefern…

  30. […] Deutschland E-Mail: kirch@bio-solar-haus.de Homepage: http://www.bio-solar-haus.de Telefon: 06362/92270Bio-Solar-Häuser haben einen Unterschied zu allen anderen Niedrigenergiehäusern: Sie benötigen ke…Klima besonders gesund; die Luftfeuchtigkeit ist relativ niedrig. Eine Schimmelbildung ist […]

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