Photovoltaik

Das erste Solar betriebene Rennboot der Welt

24 Feb , 2008  

…so bezeichnet der holländische Hersteller Czeers seinen Entwurf MKI. Dieses absolut umwerfende Speedboot ist nicht nur ein Design-Meisterstück, sondern hat auch technisch einiges zu bieten. Der holländische Astronaut Wubbo Ockels, hat in seiner Tätigkeit als Professor an der Delfter Universität den Einsatz der Solarzellen hierbei optimiert um eine Spitzengeschwindigkeit von 30 Knoten zu erreichen.Solarboot MKI

So sind die Solarzellen direkt in das Carbonfaser-Deck des Bootes einlaminiert und mit einem klaren Epoxy Verguss geschützt. Dies soll einen höhere Effektivität im Vergleich zu Glas-Laminaten bringen. Außerdem sind die Solarzellen in Gruppen zu je 4 und 6 Zellen angeordnet um Abschattungseffekte zu verringern.

Das Powerboat ist ein extremer Leichtbau komplett aus Carbonfaser-Laminat. Selbst die Antriebsschraube ist aus Carbon. So bringt das 10m lange Boot nur ca. 900 kg auf die Waage. Zusammen mit einem Lithium polymer Batteriepack kann bis zu 80kW elektrische Leistung an den Motor abgegeben werden. So soll das Speedboot 30 Knoten für 15 Minuten fahren können und mit 10 Knoten mehrere Stunden. Natürlich kommt so eine Leistung vor allen Dingen aus dem Batteriepack und die Solarzellen dienen zum nachladen.

Der Preis für solche exklusive Technik von ungefähr 700.000 Euro wird aber leider einen Durchbruch im Massenmarkt verhindern. Schade eigentlich, denn dieses schöne schwarze Stück Carbon könnte mir ausgesprochen gut gefallen.

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Photovoltaik

Solaranlage auf Asbestdach verboten

18 Feb , 2008  

Immer noch gibt es viele, große Dächer mit einer Wellasbestbedachung und einer guten Südausrichtung. Da diese Dächer oft als Scheunen oder Lagerhallen mit wirtschaftlicher Nutzung eingesetzt werden und die normale Nutzungszeit noch lange nicht abgelaufen ist, liegt der Wunsch nahe diese auch als Unterbau für Solaranlagen zu nutzen. More…

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Photovoltaik

Meine erste eigene Photovoltaikanlage

23 Jan , 2008  

Im Jahre 2004 (…inzwischen schon ewig her) haben wir uns in das Abenteuer „Hausbau“ gestürzt. Auslöser war die Gelegenheit ein sehr schönes ruhiges und sonniges SÜD-Grundstück, ausgesprochen günstig zu bekommen. Klar war mir dabei, dass die solare Nutzung nicht zu kurz kommen sollte und die Planung des Hauses wurde deshalb konsequent darauf ausgerichtet.

Auf drei Wegen nutzen wir nun die Sonne:
– 5kWp Photovoltaikanlage
– 6m² Solarthermieanlage
– große Südfenster für direkte Aufheizung

Photovoltaikanlage-Solaranlage 

Erste Tat war, das Haus exakt nach Süden auszurichten. Zweiter Akt war eine ordentliche Dachfläche mit relativ optimaler Dachneigung von 45 Grad für die Solaranlagen zu reservieren. Dies bedeutete z.B. keine Dachflächenfenster, Schornstein oder Gauben auf der Südseite. Aber Veluxfenster nach Süden sind eh nicht sinnvoll und Gauben kosten nicht
zu knapp extra – was auch irgendwie nicht ins Konzept passte…

Gern hätte ich ein konsequentes Passivhaus gebaut, aber die Aufpreise dafür rechneten sich absolut nicht und wären auch nicht im Budget gewesen, deshalb habe ich mir nur die großen Südfenster, eine relativ gute Dämmung und eine kontrollierte Be- und Entlüftung aus diesem Konzept herausgepickt. Mit einem richtig dimensionierten Dachüberstand
hat man im Sommer angenehmen Schatten und im Winter bei tief stehender Sonne eine ordentliche Erwärmung in den Wohnräumen.

Die Auslegung der Photovoltaik-Anlage habe ich selbst gerechnet und mich neben Modulen von Alfasolar für einen Sunways NT 6000 Wechselrichter entschieden. Bei den Modulen war die Auswahl ehr gesteuert von dem was
man 2004 erhalten konnte, da der Markt extrem knapp war. Auch sind die Alfasolarmodule 170P für Qualität bekannt und mit ordentlichen Zellen aus deutscher Fertigung ausgestattet.

Beim Wechselrichter fiel die Entscheidung leicht, da der Sunways NT 6000 den höchsten Wirkungsgrad in seiner Klasse hat. Da dieser Wechselrichter ohne Step-Up Trafo oder Übertrager auskommt benötigt man zwar eine höhere DC-Spannung vom PV-Generator, wird aber mit besseren Wirkungsgraden belohnt. Auch die HERIC Topologie trägt zu dem guten Wirkungsgrad bei. Mit Topologie ist die Verschaltung der Wechselrichterbauteile gemeint.

Durch das 2004 novellierte EEG war auch der finanzielle Hintergrund für eine eigene sinnvolle Photovoltaikanlage geschaffen. Mit einem Kredit aus dem CO2 Programm der KFW wurde die Photovoltaikanlage zu 100% finanziert und nach der Bestellung im Januar 2004 endlich im Oktober 2004 ans Netzt angeschlossen.

Zu der Finanzierung, den Anlagendetails, dem Betrieb und den wirtschaftlichen Erfolgen gibt’s demnächst hier mehr…

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Photovoltaik

Steuern und Einstufung als Unternehmer für Photovoltaikanlagen

21 Okt , 2007  

Bei der Installation und der Inbetriebnahme einer Photovoltaikanlage ergeben sich nicht nur technische Fragen. Auch auf der steuerrechtlichen Ebene kann man durchuaus Neuland betreten – weil man zumeist automatisch als Unternehmer mit Umsatzsteuerpflicht eingestuft wird. Als Unternehmer gilt jeder, der eine nachhaltige Tätigkeit zur Erzielung von Gewinnen betreibt.

Dabei ist es meist unerheblich, ob man sich bei der Gemeinde mit einem Gewerbeschein anmeldet oder nicht. Jedoch bringt die Anmeldung auch Vorteile, da damit auch auch automatisch alle weiteren Anmeldungen, wie z.B. beim Finanzamt, angestoßen werden.
Beim Betrieb von Photovoltaikanlagen liegt eine nachhaltige Tätigkeit vor, wenn

  • der Strom regelmäßig und nicht nur gelegentlich in das allgemeine Stromnetz eingespeist wird.

Da dies bei allen Netzparallelanlagen der Fall sein wird, ist zumindest die Sachlage damit eindeutig.

Zur Einordnung hinsichtlich der Umsatzsteuer und der Einkommensteuer hat die OFD Karlsruhe mit Verfügung vom 20.9.2006, Az. S 7104, wie folgt Stellung genommen:

Beurteilung einer Photovoltaikanlage
Photovoltaikanlagen nutzen die Sonnenenergie und erzeugen ausschließlich Strom. Wird dieser Strom zu 100 % ins allgemeine Stromnetz eingespeist, handelt es sich um eine gewerbliche Tätigkeit, die der Umsatzsteuer mit 19 % (vor dem 1.1.2007: 16 %) unterliegt. Wird ein Teil des Stroms für eigene Zwecke verwendet, liegt insoweit eine umsatzsteuerpflichtige private Wertabgabe (Eigenverbrauch) vor.

Photovoltaikanlage bei der Einkommensteuer
Üben Sie eine gewerbliche Tätigkeit aus, gehört die Photovoltaikanlage als Betriebsvorrichtung zu Ihrem Betriebsvermögen. Eine Betriebsvorrichtung ist ein selbstständig nutzbares bewegliches Wirtschaftsgut. Somit können Sie bei der Photovoltaikanlage

  • zwischen der linearen und der degressiven Abschreibung wählen, die das 3fache der linearen Abschreibung beträgt (max. 30 %),
  • zusätzlich die 20%ige Sonderabschreibung beanspruchen, wenn Sie nicht mehr als 10 % des Stroms für eigene private Zwecke verwenden,
  • und bereits vor der Anschaffung eine Ansparabschreibung geltend machen.

Nach der amtlichen Abschreibungstabelle ist die Photovoltaikanlage über eine Nutzungsdauer von 20 Jahren abzuschreiben.

Photovoltaikanlage bei der Umsatzsteuer
Aus der Anschaffung und auch aus den laufenden Kosten können Sie die Vorsteuer zu 100 % geltend machen. Die entgeltliche Lieferung von Strom an ein Energieunternehmen unterliegt der Umsatzsteuer. Liefern Sie Strom an Ihre Mieter, ist diese Stromlieferung keine steuerfreie Nebenleistung zum Vermietungsumsatz. Sie müssen die Stromlieferung mit Ihren Mietern mit Umsatzsteuer abrechnen. Für den Strom, den Sie selbst verwenden, zahlen Sie ebenfalls Umsatzsteuer (Kosten für die eigene Stromerzeugung + Umsatzsteuer = Betriebseinnahme).

Korrekturzeitraum bei der Umsatzsteuer
Ändern sich die Nutzungsverhältnisse, muss der Vorsteuerabzug nach 15a UStG korrigiert werden. Der maßgebliche Korrekturzeitraum beträgt nicht 5 Jahre, sondern 10 Jahre, weil die Photovoltaikanlage zu den wesentlichen Bestandteilen eines Gebäudes gehört.

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Photovoltaik

Meine erste Photovoltaikanlage

20 Okt , 2007  

… war gar nicht „meine“ Anlage, sondern gehört der TU-Dresden und dort dem Elektrotechnischen Institut bzw. dem Lehrstuhl Leistungselektronik.

Installiert von der Firma Solarwatt, steht auf dem Dach des Goergesbau ein 2kWp Photovoltaikgenerator. Die Photovoltaik-Module wurden dabei auf einem Stahlgestell auf dem relativ flachen Dach installiert. In der obersten Etage, im Bereich des Lehrstuhls Leistungselektronik, befindet sich der Wechselrichter (Aixcon) und ein Umschalter, der zwischen einer Netzeinspeisung über den Wechselrichter und einer Verbindung der PV-Anlage direkt in Laborräume umschalten kann. Da am Lehrstuhl auch an Solar-Wechselrichtern geforscht und entwickelt wird, hat man damit eine Möglichkeit die zu prüfenden Geräte auch direkt an einen „echten“ Photovoltaik Generator anzuschließen.

Photovoltaikanlage GOE

Meine Aufgabe war damals die Inbetriebnahme der Anlage und die Planung der Umschaltvorrichtung. Speziell die Netzeinspeisung erwies sich als sehr schwiriges Thema. Für eine erste Inbetriebnahme war das sehr simpel. Der Wechselrichter wurde einfach über eine Sicherung an den nächsten Verteilerkasten angeschlossen – und es wurde sofort die Sonnenenergie sinnvoll genutzt. Für eine Einspeisevergütung muss man jedoch in das Netz des Energieversorgers einspeisen (DREVAG). Da die TU-Dresden jedoch für den gesammten Campus ein eigenes Netzt betreibt, bei der über ein Trafohaus im großen Stil, und dazu noch weit entfernt eingespeist wird war das keine simple Sache.

Nach einigen Meetings, Diskussionen und Ortsbegehungen hat dann ein netter Mitarbeiter der DREVAG dann noch eine Leitung vor dem Görgesbau gefunden. Allerdings war es bis heute nicht möglich einen Abzweig und einen extra Hausanschluss dafür zu bekommen. Somit wird die Energie zwar eingespeist, allerdings nicht nach dem EEG vergütet.

Die Einspeisedaten wurden auch über einen Webserver veröffentlicht. Leider scheint der Server aber in lezter Zeit nicht immer erreichbar zu sein. Die Abfrage des Aixcon Wechselrichters erfolgt über eine serielle Schnittstelle und einen PC in Serverkonfiguration. Diese Entwicklung wurde im Rahmen einer studentischen Arbeit erledigt.